Die Paradesorte des Wagrams

Das Weingut Söllner aus Gösing am Wagram hat über die letzten Jahre hinaus immer wieder bewiesen, dass es nicht umsonst als eines der talentiertesten gilt, wenn es sich um erstklassige Rote Veltliner handelt. Mit der nötigen Zuwendung und Hingabe des Winzers, den dortigen natürlichen Verhältnissen (Geologie und Klima ) hat sich der Wagram als zuverlässige Heimat erstklassiger Weine entpuppt.

Die Paradesorte des Wagrams

Die Paradesorte des Wagrams

Das Gebiet rund um den Höhenzug des Wagram, auch Donauland genannt, besteht mit dem Namen ” Weinbaugebiet Wagram“ seit dem Jahr 2007 und bietet mit 2.451 Hektar Rebfläche die Heimat für aufstrebende Winzer, welche sich unter dieser Bezeichnung einen Namen erarbeitet haben. Darunter befindet sich Toni Söllner aus Gösing am Wagram. Er und seine Frau Daniela Vigne bewirtschaften ihr Weingut biodynamisch. Schon früh haben die beiden die Vorzüge der biodynamischen Bewirtschaftung erkannt und sich dem Demeterbund angeschlossen. Das Weingut Söllner ist mir durch seinen ausdrucksstarken und aromatischen Roten Veltliner (RV) bekannt geworden. Diese weiße Ursorte des Wagrams hat so viel mit dem Grünem Veltliner (GV) gemeinsam wie der Tag und die Nacht. Roter Veltliner liebt die dortige geologische Formation aus (rotem) Schotter, Sand und Lössboden, welche sich teilweise bis zu 12 Meter auftürmen. Sie bietet somit das perfekte Terroir für diese subtile Sorte.

Die erste(n) Begegnung(en) mit dem Roten Veltliner

Den ’ RV Irden 2011’ vom Söllner habe ich wohl 2013 zum ersten Mal verkostet. Ich kann mich noch genau an die aromatischen Attribute, die Dichte und Komplexität des Weines erinnern. Letztes Jahr hatte ich die Gelegenheit, seinen ’RV Sonnseit’n 2011’ zu genießen, als ich in Stockholm das “High Potential Program“ des Österreichischen Sommelierverbandes begleitete. Dabei haben mich die Geradlinigkeit und die Aromenvielfalt dieses Weines beeindruckt.: feingliedrig, mit elegantem Säuregerüst und subtiler Frucht, langsam vergoren im Edelstahltank und Holzfass. Er ist mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Und wie es ’das Schicksal so will’ – und da aller guten Dinge drei sind – hatte ich heuer die Chance, den ’RV Reserve Berg Eisenhut 2012’ sowie den ’Irden 2012’ in einem privaten Rahmen zu genießen. Für den ersten werden nur die schönsten und reifsten Trauben verwendet, langsam im Steinzeugtank mit den eigenen Hefen vergoren. Nach einer langen Reifezeit auf der Hefe hat er nach dem 1. Abstich noch bis Juni Zeit, um auf der Feinhefe zu liegen. Ein duftiger und aromatischer Wein mit einer schönen Tiefe und Komplexität. Florale Noten und Feuerstein, hinterlegt mit einer schmeichelhaften, würzigen Komponente am Gaumen, werden von mineralischen Anklängen und einem eleganten Tannin-Säuregerüst unterstützt. Bleibt mit seinem würzigen, floralen Nachhall lange am Gaumen. Passt übrigens hervorragend zu einem schmackhaften elsässischen Flammkuchen mit Zwiebeln, Speck und Crème Fraiche und einem gediegenen Kartenspiel: Wein benötigt halt Aufmerksamkeit und Zuwendung, um sich zu entfalten!

Der ’RV Irden 2012’, in Steinzeugflaschen abgefüllt , hat noch etwas mehr Tiefgang als der ihm vorangegangene. Angenehmer Fruchtschmelz mit delikater Salzigkeit. Engmaschig und straff. Etwas rauchig in der Nase mit schöner aromatischer Komponente. Beide Weine zeichnen sich durch lange Lagerfähigkeit aus.Sie könnten jedoch etwas mehr polarisieren. Summa summarum : einer der beeindruckendsten Repräsentanten seiner Art und sehr empfehlenswert.

Toni Söllner und Daniela Vigne zu:

„In vino veritas“
Guter Wein macht selig und somit ehrlich.

„Rudolf Steiners Lehren“
Wir praktizieren biologischen Landbau unter Anwendung der biodynamischen Präparate und verstehen uns als pragmatische Bio-Bauern.

„Demeter“
Wie jeder Verein wird dieser auch von einflussreichen Menschen geprägt,
momentan sehen wir unsere Meinung und Interessen bei Demeter nicht gut aufgehoben, sodass wir momentan ohne jegliche Mitgliedschaft bei irgendeinem Verein sind.

„Die Zukunft“
Der biologische Weinbau wird momentan von der chemischen Industrie massiv bekämpft, viele Erfindungen und Entwicklungen im Bereich des biologischen Pflanzenschutzes sind aufgrund von maßgeschneiderten Pflanzenschutzgesetzen und anderen Gesetzen für Konzerne de facto wieder verschwunden. Wir werden aber nicht aufgeben und weiter für den einzig nachhaltigen biologischen Landbau kämpfen.