Der Meister und seine Rebe

Wenn Furmint, diese fantastische, uralte Rebsorte auch von Rust aus in die Welt hinausstrahlt, dann kann dahinter nur Weltklasse stecken: Michael Wenzel.

Wir müssen es schon ganz deutlich sagen. Die Weine vom Ruster Michael Wenzel sind derart begehrt und gut, dass wir sie zwar gerne verkaufen, aber zur Not trinken wir auch alles selbst. Die Mengen sind begrenzt, das kapriziöse Wetter mit seinen extremen Ausschlägen nicht nur aber auch im Norden des Burgenlandes tut sein Übriges. Take it or leave it!

Michael Wenzel ist nicht nur ein Tüftler, ein Denker, wie es viele gute Winzer sind. Er ist auch ein Mensch, dem die Natur leise zuzuflüstern scheint – und er hört zu. So esoterisch das klingen mag: wenn man die faszinierenden Kreationen von „Mr. Furmint“ trinkt, dann erübrigt sich die Distanz, dann taucht man ein, tief ins Echte, in die Welt gefühlvoller Interpretation der Nuancen. Diese Nuancen, diese Eigenheiten sind es, die Herkunft und Rebsorte mit ihrem Begleiter, dem Winzer, vereinen und erlebbar machen. Ja, das „T-Wort“, genau.

Furmint ist die große Leidenschaft von Familie Wenzel, die ihn in Rust und Österreich gleichsam vor dem Aussterben bewahrt hatte. Schwierig im Weingarten, späte Reife, wenige kennen die Rebe, das klingt schon eher nach einem Himmelfahrtskommando. Michaels Vater hatte den Furmint einst nach Österreich „geschmuggelt“, als kein Hahn mehr nach der Sorte krähte, denn er war von seinem Potential und seiner Güte überzeugt, genauso wie von seinem angestammten Platz in und um Rust. Und Michael hat die Leidenschaft seines Vaters mit Akribie, dem Studium der besten (kleinbeerigen, uralten) Klone aus dem Tokaj sowie mühevoller Weingartenschufterei fortgeführt und sozusagen vollendet, wäre nicht jeder Jahrgang eine neue Herausforderung und hätte er nicht noch etliche Ernten vor sich. Zum Glück!

Mittlerweile werden bei Wenzels bis zu 6 verschiedene Furmint-Kreationen gekeltert, denn die Sorte kann von „klassisch“ bis süß (Ausbruch) alles, wie nur ganz wenige und das weltweit. Der Weg geht dabei immer mehr der Natur entgegen, in der Bewirtschaftung der unterschiedlichen Lagen (wunderbar auf den Etiketten ersichtlich) sowie im Weglassen des Unnötigen. Das schmeckt man etwa nicht nur beim extrem raren „Garten Eden“ an der Spitze der Pyramide, sondern auch beim maischevergorenen „Wild & Free“, der zeigt, dass Furmint auch als Naturwein ein Wörtchen mitzureden hat. Und dazwischen sowieso. Ein letzter Beweis gefällig? Im Burgenland und auch anderswo wird Furmint wieder ausgepflanzt. Wem wir das wohl zu verdanken haben…